Agrargenossenschaft Münchehofe Heidenreich e.G.
 Rind
Lage

Die Agrargenossenschaft Münchehofe befindet sich im nördlichen Spreewald, im Landkreis Dahme-Spreewald, etwa 60 km südöstlich von Berlin. >

Betriebsspiegel

Betriebsfläche:
Gesamtfläche 1720 ha , 1050 ha Ackerland, 670 ha Grünland

Betriebsstruktur:
Rinderhaltung

Viehbesatz:
560 Rinder + Nachzucht

Maßnahmen für die Artenvielfalt

Auf dem Betrieb der Agrargenossenschaft Münchehofe werden viele unterschiedliche Naturschutzleistungen erbracht. Die einzelnen Maßnahmen werden auf ausgewählten Flächen bzw. Teilflächen umgesetzt.

  • • Verzicht auf Striegeln / Hacken
  • • Ertragsschwache Äcker (standortbedingte Lichtäcker)
  • • LKG mind. 2jährig, max. 3x Mahd / Beweidung
  • • Bei der Mahd Teilflächen Stehenlassen, pro Nutzung an der gleichen Stelle oder variierend
  • • Streifen mit Blühaspekt im LKG, mind. 3m breit
  • • Anbau von mind. 5 Fruchtarten (Anteile mind. 10%)
  • • Maximal 2x Mahd (+ Vor- oder Nachweide) oder extensive Weidenutzung mit 0,2 bis 1,4 GVE (flächenbezogen)
  • • Verzicht auf stickstoffhaltige Düngung
  • • Dauerhafter Verzicht auf Walzen und Schleppen
  • • Mind. 8 Wochen ohne Bearbeitung vor oder nach der 1. Nutzung im Zeitraum April bis Ende Juli
  • • 1. Nutzung ab Mitte Juli
  • • Heunutzung (mind. 1x pro Jahr)
  • • Verzicht auf Mähaufbereiter
  • • Hecken 2-5m Breite
  • • Altbäume >100J, inkl. alte Totbäume
  • • Offenlandbiotope >0,5ha
  • • Permanente oder periodisch wasserführende Kleingewässer und Feuchtbiotope (ohne Gräben)
  • • Säume von Grabenrändern
  • • Periodische Vernässungen im Grünland ("Blänken")
  • • Neuanlage von Hecken: 3-5m breit
  • • Offene Räume in Gebäuden für Schwalben, Schleiereulen usw.
  • • Vorkommen von gefährdeten Tierarten (Rote Liste Kat. 3)
  • • Vorkommen und Fortpflanzung von stark gefährdeten Tierarten (Rote Liste 1+2), Verantwortungsarten
  • • Vorkommen stark gefährdeter Ackerwildkräuter sowie ´Verantwortungsarten´
  • • Grünland mit mind. 4 Kennarten
  • • Grünland mit mind. 6 Kennarten
  • • Nassgrünland mit Anteil von Seggen oder Simsen an der Vegetation 25-75%
Besonderheiten in Bezug auf Arten und Naturschutz
Die Betriebsflächen befinden sich im Naturpark Dahme-Heideseen. Die geringe Standortgüte mit häufig niedrigen Bestandesdichten und Erträgen unter 25 dt/ha sowie der weitgehende Verzicht auf das Striegeln bieten sehr gute Habitatbedingungen für viele Ackerwildkräuter, Feldvögel, Feldhasen und Insekten. So sind auf den Winterroggenschlägen Arten wie der Sandmohn, der Dreiteilige Ehrenpreis sowie die seltenen und stark gefährdeten Ackerwildkräuter Lämmersalat und Kahles Ferkelkraut zu finden. Seit 2016 werden zur Förderung von Feldvögeln und Tagfaltern auf den Ackerfutterflächen wissenschaftliche Untersuchungen auf ausgewählten Flächen durchgeführt. Geprüft wird, ob Feldlerchen ihre Nester in 20 Meter breiten ungemähten Streifen auf dem Schlag anlegen. Außerdem wird die Wirkung von schmalen, ungemähten Kleegrasstreifen nahe des Schlagrandes auf das Blütenangebot sowie das Tagfaltervorkommen überprüft. Das Stehenlassen von jeweils 3 Meter breiten Streifen bei jeder Mahd bietet ein kontinuierliches Blütenangebot über die gesamte Vegetationsperiode. Auf den mageren Standorten kommen der Sonnenröschen-Bläuling und der Braune Feuerfalter vor.
Im Grünland wird auf einigen Schlägen ein Mahdintervall von 8-10 Wochen zwischen zwei Nutzungen realisiert, was zur Erhöhung des Bruterfolgs von bodenbrütenden Vögeln wie Wiesenpieper und Schafstelze beiträgt. Der Verzicht auf Schleppen und Walzen schont außerdem Vogelnester und Amphibien. Durch die späte Nutzung ab Mitte Juli auf einigen Schlägen bzw. die Heugewinnung können Grünlandpflanzen ausreichend Samen zur Reproduktion bilden. Die einseitige Pflege der Grabenränder trägt dazu bei, dass gute Lebensraum- und Überwinterungsbedingungen für Insekten geschaffen werden. Darüber hinaus dienen sie als Rückzugsräume für Heuschrecken bei der Mahd.
Über den Betrieb

Die Agrargenossenschaft Münchehofe befindet sich im nördlichen Spreewald, im Landkreis Dahme-Spreewald, etwa 60 km südöstlich von Berlin. Seit 1991 wird der Betrieb ökologisch bewirtschaftet. Schwerpunkte sind die Milchviehhaltung (ca. 8.000 kg Milchleistung/Tier, Rasse: Holstein-Friesian). Die frische Bio-Milch wird in der benachbarten „Gläsernen Molkerei“ in Münchehofe verarbeitet.
Mutterkühe der Rasse Hereford weiden von Frühsommer bis Herbst auf den Feuchtwiesen und –weiden. Sie tragen somit zum Erhalt der historischen Kulturlandschaft bei. Gereifte Fleisch- und Wurstspezialitäten vom Hereford-Rind können direkt über die Genossenschaft bezogen werden. Eine Vorbestellung wird empfohlen.
Die mittleren Jahresniederschläge betragen 550mm. Von den insgesamt 1720ha sind 1050ha Ackerland und 670ha Grünland auf vorwiegend leichten Böden (mittlere Ackerzahl 19 (11-31), mittlere Grünlandzahl 25 (15-40)). Vorherrschende Bodenart ist schwach lehmiger Sand. Auf den ärmeren Standorten werden in einer 6-gliedrigen Fruchtfolge Wintergetreide, Körnerleguminosen, Wintergetreide und 3-jähriges Luzernegras angebaut, während auf den besseren Böden außerdem Sommergetreide inklusive Mais und 2-jähriges Kleegras in einer 7-gliedrigen Fruchtfolge stehen. Beim Wintergetreide spielt der Winterroggen die dominierende Rolle. Wintergerste wird auf ca. 5 % der Fläche angebaut. Zu den Sommerungen zählen Sommerroggen, Hafer, Körnerleguminosen, Silomais, Ölfrüchte sowie Gemenge aus Erbsen und Getreide. Der Ackerfutterbau mit Klee- und Luzernegras umfasst ca. 30 % der Ackerfläche.
In der Agrargenossenschaft sind 28 Personen beschäftigt.

Kontakt

Agrargenossenschaft Münchehofe e.G. | Herr Thomas Heidenreich / Hauptstr. 13 / 15748 Münchehofe